{"id":2229,"date":"2026-01-07T20:41:32","date_gmt":"2026-01-07T19:41:32","guid":{"rendered":"https:\/\/mainz-orthodoxie.de\/?p=2229"},"modified":"2026-02-28T16:43:31","modified_gmt":"2026-02-28T15:43:31","slug":"weihnachtsbotschaft-des-erzbischofs-von-rusa-tichon-des-leiters-der-dioezese-berlin-und-deutschland-an-den-klerus-die-moenche-und-nonnen-und-die-laien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mainz-orthodoxie.de\/en\/2026\/01\/weihnachtsbotschaft-des-erzbischofs-von-rusa-tichon-des-leiters-der-dioezese-berlin-und-deutschland-an-den-klerus-die-moenche-und-nonnen-und-die-laien\/","title":{"rendered":"Weihnachtsbotschaft des Erzbischofs von Rusa TICHON des Leiters der Di\u00f6zese Berlin und Deutschland an den Klerus, die M\u00f6nche und Nonnen und die Laien"},"content":{"rendered":"<p>Geliebte V\u00e4ter,<br \/>\nehrw\u00fcrdige M\u00f6nche und Nonnen, liebe Br\u00fcder und Schwestern!<\/p>\n<p>Ich begl\u00fcckw\u00fcnsche Sie alle zu diesem gro\u00dfen Fest. Die Geschichte hat auf ihren Seiten viele Ereignisse festgehalten und sie der Menschheit f\u00fcr alle Zeiten zur Erinnerung und zur Ermahnung \u00fcberliefert. Aber es gibt in der Geschichte der Menschheit ein au\u00dferordentliches Ereignis, das es seit Anbeginn der Welt noch nie gegeben hat und das sich nie wiederholen wird \u2013 das ist das heute gefeierte Fest der Geburt Christi. \u201eDer Herr, der Allm\u00e4chtige Gott, der mit einem einzigen Wort die unsichtbare und die sichtbare Welt, den Himmel und die Erde und alles, was sie erf\u00fcllt, geschaffen hat, erniedrigte Sich selbst, schuf Sich Fleisch aus dem Blut der \u00fcber Alles gesegneten Jungfrau Maria, wird in einer H\u00f6hle geboren und als hilfloses Kind in eine Krippe gelegt. Das gr\u00f6\u00dfte Wunder und Geheimnis ward vollbracht, unbegreiflich nicht nur f\u00fcr den Menschen, sondern auch f\u00fcr die h\u00f6chsten himmlischen Ordnungen.\u201c Gott hat sich den Menschen offenbart, wie es sich der Mensch nicht vorstellen konnte. Die himmlische Heerschar der Engel und Erzengel verherrlichte den Neugeborenen: \u201eEhre sei Gott in der H\u00f6he und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen\u201c (Lk 2,14) und verk\u00fcndete den Menschen das gro\u00dfe Geheimnis des Glaubens (1 Tim 3,16).<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wir haben uns so sehr an dieses gro\u00dfe Geheimnis gew\u00f6hnt, dass wir nur wenig dar\u00fcber nachdenken, uns kaum darin vertiefen oder uns seine Bedeutung bewusst machen. Ohne dieses gro\u00dfe Geheimnis jedoch w\u00e4re eine Katastrophe f\u00fcr die Menschheit unausweichlich gewesen. Bevor Christus in die Welt kam, lebte die Menschheit, die gr\u00f6\u00dftenteils Gott verloren hatte, nur zur Befriedigung des Fleisches und der Leidenschaften, ohne nach der Wahrheit und nach Gott zu suchen (R\u00f6m 1,23\u201328). Das Leben hatte jeden Sinn verloren. Das Reich der Ungerechtigkeit und des B\u00f6sen breitete sich aus. Schlie\u00dflich versiegte die Liebe. Wohin sich wenden? Was tun? Man fand keine Antwort. Die Menschheit erstickte geistlich und fand keinen inneren Frieden. Nur ein einziges, von Gott auserw\u00e4hltes Volk lebte durch seine heiligen Gerechten im Glauben an den Messias, den Heiland der Welt, und bewahrte die Wahrheit. Als schlie\u00dflich \u201edie F\u00fclle der Zeit gekommen war\u201c (Gal 4:4), f\u00fchrte Seine unaussprechliche Menschenliebe Gott hinab in eine bescheidene Krippe, ans Kreuz und in den Tod. \u201eWas in alten Zeiten von Patriarchen sehnlich gew\u00fcnscht\u201c, sagt der heilige Johannes Chrysostomos, \u201evon Propheten vorausverk\u00fcndigt, von Gerechten zu schauen begehrt ward, Das ist heute geschehen und in Erf\u00fcllung gegangen\u201c.<\/p>\n<p>Wozu ist Christus erschienen? Warum wurde Er als hilfloses Kind in eine armselige Krippe in Bethlehem gelegt? \u201eChristus ist gekommen\u201c, sagte ein Asket, \u201eum den Menschen die M\u00f6glichkeit zu geben, dar\u00fcber nachzudenken. Christus kam f\u00fcr diejenigen, die ihre eigenen Vorstellungen vom Leben, von Gott und von der Wahrheit hatten und sehr weit von der Wahrheit entfernt waren.\u201c Er kam zu denen, die auf Sein Kommen warteten, die Ihm treu waren. Er kam, um unsere Not und unser Leid zu teilen und den Menschen \u201eaus dem Innersten unseres Lebens heraus\u201c zu helfen. Christus kam zu allen, damit ein jeder einen Platz f\u00fcr Ihn in seinem Leben habe und damit durch das Kreuz und die Auferstehung allen Menschen Rettung und ewiges Leben geschenkt werde. \u201eDas heutige Fest der Geburt Christi\u201c, so sagt der heilige Ambrosius von Mailand, \u201eist gr\u00f6\u00dfer als das Fest zu der Zeit, da Christus geboren wurde. Denn damals freuten sich alle nur \u00fcber den neugeborenen Herrn, w\u00e4hrend wir heute nicht nur den Neugeborenen, sondern auch den Auferstandenen und den mit dem Vater und dem Heiligen Geist gemeinsam Herrschenden preisen.\u201c<\/p>\n<p>Unz\u00e4hlbar sind die Wohltaten, die sich der Welt durch die Fleischwerdung des Gottessohnes geoffenbart haben. Die Geschichte ist jetzt ein f\u00fcr alle Mal durch die Fleischwerdung des Sohnes Gottes in ihr geheiligt. Durch diese Fleischwerdung sind Zeit, Ort, Leben, Fleisch und Blut des Menschen geheiligt. \u201eChristus kam in die Welt, um alles zu heiligen, allem Sinn und Rechtfertigung zu verleihen.\u201c Durch die Menschwerdung des Gottessohnes erblickte die Welt den Erl\u00f6ser. Die Geburt Christi schenkte uns Erkenntnis der Liebe, der G\u00fcte und der Barmherzigkeit Gottes; sie hat uns die Allreine und \u00fcber alles gesegnete Jungfrau Maria als unsere F\u00fcrbitterin, unsere Obhut und unseren Schutz geschenkt. Die Geburt Christi hat dem Menschen seine Vorbestimmung offenbart und ihm Mittel und M\u00f6glichkeiten gegeben, das Himmelreich in sich selbst zu errichten (Lk 17,21) zur Erlangung des ewigen Heils. Schlie\u00dflich haben wir nur dank der Geburt des Gottessohnes die M\u00f6glichkeit erhalten, im Geheimnis der Teilhabe an Seinem Leib und Seinem lebensspendenden Blut uns auf allerengste Weise mit Gott zu vereinen.<\/p>\n<p>Die Zeiten gehen vor\u00fcber, vieles im Leben ver\u00e4ndert sich, aber Christus bleibt unver\u00e4ndert und ewig (Hebr. 13, 8). Er bleibt Derselbe in Seiner Liebe und Gnade zum Menschengeschlecht. Millionen von Herzen streben zu Ihm, und so wird es sein bis zum Ende der Welt. Christus nimmt alle an (Mt 11, 28\u201329). Mit ausgebreiteten Armen durchschreitet Er Raum und Zeit, ruft alle zu Sich und freut Sich \u00fcber die Bekehrung der Menschen. Gesegnet und gepriesen sei der Name des Einziggezeugten Sohnes Gottes, unseres Herrn Jesus Christus, der f\u00fcr uns Menschen und zu unserer Errettung aus den Himmeln herabgestiegen und aus dem Heiligen Geist und der Jungfrau Maria Mensch geworden ist! Ich begl\u00fcckw\u00fcnsche Sie alle nochmals zum gro\u00dfen Fest der Geburt Christi! M\u00f6gen alle unsere Gedanken in diesen heiligen Tagen, die durch die Ankunft Gottes in der Welt geheiligt sind, mit dem gro\u00dfen Werk besch\u00e4ftigt sein, das der Herr vollbracht hat. Ich w\u00fcnsche uns, dass die Gnade des neugeborenen Gottessohnes Christus unsere Herzen erw\u00e4rme und uns im Glauben, in der Einigkeit und der Liebe festige!<\/p>\n<p>+ TICHON<br \/>\nErzbischof von Rusa<br \/>\nLeiter der Di\u00f6zese Berlin und Deutschland<\/p>\n<p>Geburt Christi<br \/>\n25. Dezember 2025 \/ 7. Januar 2026<br \/>\nBerlin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geliebte V\u00e4ter, ehrw\u00fcrdige M\u00f6nche und Nonnen, liebe Br\u00fcder und Schwestern! Ich begl\u00fcckw\u00fcnsche Sie alle zu diesem gro\u00dfen Fest. 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