{"id":2104,"date":"2024-01-05T17:32:16","date_gmt":"2024-01-05T16:32:16","guid":{"rendered":"https:\/\/mainz-orthodoxie.de\/?p=2104"},"modified":"2026-02-28T16:45:03","modified_gmt":"2026-02-28T15:45:03","slug":"weihnachtsbotschaft-des-erzbischofs-tychon-von-rusa-des-vorstehers-des-bistums-von-berlin-und-deutschland-an-den-klerus-die-moenche-und-monialinnen-und-das-ganze-glaeubige-volk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mainz-orthodoxie.de\/ru\/2024\/01\/weihnachtsbotschaft-des-erzbischofs-tychon-von-rusa-des-vorstehers-des-bistums-von-berlin-und-deutschland-an-den-klerus-die-moenche-und-monialinnen-und-das-ganze-glaeubige-volk\/","title":{"rendered":"Weihnachtsbotschaft des Erzbischofs Tychon von Rusa, des Vorstehers des Bistums von Berlin und Deutschland, an den Klerus, die M\u00f6nche und Monialinnen und das ganze gl\u00e4ubige Volk"},"content":{"rendered":"<p>Geliebte V\u00e4ter!<br \/>\nVerehrte M\u00f6nche und Monialinnen,<br \/>\nliebe Br\u00fcder und Schwestern!<\/p>\n<p>Ich begl\u00fcckw\u00fcnsche euch alle zum gro\u00dfen Fest!<\/p>\n<p>Heute ist unser Denken ausgerichtet auf Bethlehem, wo sich die Geburt Christi vollzog. \u00dcber die Ereignis wird viel gesprochen, allerdings mehr \u00fcber seine \u00e4u\u00dferliche Seite. Von der Erscheinung Gottes im Fleische (1. Tim 3,16), von Seinem Kleinwerden aus Liebe zum Menschengeschlecht zu h\u00f6ren ist selten geworden. Man erz\u00e4hlt von den Volksbr\u00e4uchen, der K\u00fcche, der Dekoration des Hauses. Das Bild des Festes wird gepr\u00e4gt von den Weihnachtsb\u00e4umen und den Lichtern. Das Fernsehen wirbt f\u00fcr irgendeine \u201eWeihnachtsstimmung\u201c, irgendein \u201eWunder\u201c, das alle Probleme l\u00f6st und Gl\u00fcck bringt. Aber die Gro\u00dfartigkeit der Geburt Christi hat nichts gemeinsam mit all dem. Die Geburt Chisti ist ein au\u00dferordentliches und gro\u00dfes Ereignis, das es seit Anbeginn der Existenz der Welt nicht gegeben hatte und dass sich niemals wiederholen wird. Nach der Geburt Christi strebt alles in der Geschichte entweder hin zu Ihm oder es entfernt sich von Ihm.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Dem wundersamen Ereignis gingen mehrere Jahrtausende der Vorbereitung voraus. Nachdem die Morgend\u00e4mmerung der Menschheitsgeschichte durch den S\u00fcndenfall verdunkelt worden war, gab Gott, als Er Adam und Eva, die gegen Sein Gebot ges\u00fcndigt hatten, aus dem Paradies entfernte, die Verhei\u00dfung, dass die Zeit kommen werde, in der \u201eder Same des Weibes den Kopf der Schlange zertritt\u201c (Gen 3,15) und der Erretter kommen wird. Von der Geburt des Erretters k\u00fcndeten die alttestamentlichen Propheten voraus. Diese Prophezeiungen waren klar und bestimmt. Sie gaben den Menschen die M\u00f6glichkeit, in vollem Ma\u00dfe zu wissen, wer genau geboren werden sollte, wo, von wem und unter welchen Umst\u00e4nden (Micha 5,2; Bar 3,36; 38; Jes 7,14). Alle waren in Erwartung. Schlie\u00dflich, \u201eals die F\u00fclle der Zeit gekommen war\u201c, sagt der heilige Bischof Leo von Rom in seinem Wort \u00fcber die Geburt Christi, \u201enahm der Sohn Gottes die menschliche Natur an, um uns mit dem Sch\u00f6pfer zu vers\u00f6hnen und den Urheber des Todes auch durch den Tod zu besiegen. Der Allm\u00e4chtige Herr tritt gegen den sch\u00e4rfsten Feind an, nicht in Seiner Majest\u00e4t, sondern in unserer niedrigen Gestalt\u2026 (Phil 2,7)\u201c.<\/p>\n<p>Warum, so m\u00f6gen sich einige fragen, musste Gott bei all Seiner Macht Mensch werden, um als Person in die Geschichte des Menschengeschlechts einzutreten? Die Antwort ist eindeutig: damit er wissen konnte, wie der Mensch im Fleisch lebt, um ihn vom ewigen Tod zu befreien und in den Himmel zu erheben. \u201eDazu hat der Heiland alle Versuchungen au\u00dfer der S\u00fcnde ertragen\u201c, sagt der selige Hieronymus, \u201edamit er Mitleid und Erbarmen mit unseren Schw\u00e4chen habe und aus Erfahrung wisse, welche M\u00fchen die Sterblichen im Fleisch ertragen\u201c. Der heilige Bischof Gregor von Nyssa f\u00fcgt hinzu, dass \u201eChristus dazu geboren ward, um das ganze verunreinigte menschliche Leben zu reinigen und zu heiligen vom Anfang bis zum Ende. Das w\u00e4re unm\u00f6glich, wenn Er nicht durch die Geburt das Dasein erhalten und es nicht durch den Tod beendet h\u00e4tte\u201c.<\/p>\n<p>Welches Gut k\u00f6nnte h\u00f6her sein? Welche Gabe k\u00f6nnte f\u00fcr uns kostbarer sein? Denkt nur daran, was dies Geschenk den Herrn selbst kostete? Er wurde im Fleisch geboren, um das ganze Leben auf Erden, den Weg der \u00e4u\u00dfersten Erniedrigung und der Leiden zu gehen, das ganze Leben lang das Kreuz zu tragen und schlie\u00dflich daran zu sterben (vgl. 2 Kor 5,21; Phil 2,7). Nach den Worten der heiligen V\u00e4ter \u201eist Christus nicht dazu auf Erden geboren, um zu leben. Er, der Seiende, brauchte daf\u00fcr keine irdische Geburt. Er wird geboren, um zu sterben, um in den Hades hinabzusteigen und \u201asein Volk von seinen S\u00fcnden zu erretten\u2019 (Mt 1,21).\u201c Wo, wem und wann ist die Liebe Gottes in einem so au\u00dferordentlichen Ma\u00dfe erschienen, wie sie uns jetzt offenbart wurde?<\/p>\n<p>Was sollen wir dem Herrn, unserem Gott, f\u00fcr die Liebe wiedergeben, die uns im Geheimnis Seiner Menschwerdung offenbart wurde? Alle Liebe fordert Gegenliebe, und die unendliche Liebe Gottes verlangt von uns die gleiche grenzenlose Liebe zu Gott. \u201eWenn ihr mich liebt\u201c, sagte der Heiland Christus, \u201edann haltet meine Gebote\u201c (Jo 14,15). Beweisen wir unsere Liebe zu Gott durch das Befolgen Seiner heiligen Gebote. Indem er sie befolgt, wird der Mensch mit Gott vereinigt und bleibt in Seiner Liebe. Danken wir dem heute Geborenen f\u00fcr Seine Liebe zu uns und die Befreiung von S\u00fcnde und ewigem Tod, und freuen wir uns im Heiligen Geiste. Dass doch all unsere Gedanken in diesen heiligen Tagen mit nichts anderem besch\u00e4ftigt seien als mit der Betrachtung des Geheimnisses der Menschwerdung Gottes und dessen, was der Herr Jesus Christus f\u00fcr uns getan hat. Er ist zu allen Menschen gekommen, damit jeder Raum f\u00fcr Ihn habe, und um allen das Heil und das ewige Leben zu schenken.<\/p>\n<p>+TYCHON<br \/>\nErzbischof Tychon von Rusa,<br \/>\nVorsteher des Bistums von Berlin und Deutschland<\/p>\n<p>Christgeburt<br \/>\n25. Dezember \/ 7. Januar 2024<br \/>\nBerlin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geliebte V\u00e4ter! Verehrte M\u00f6nche und Monialinnen, liebe Br\u00fcder und Schwestern! Ich begl\u00fcckw\u00fcnsche euch alle zum gro\u00dfen Fest! Heute ist unser Denken ausgerichtet auf Bethlehem, wo sich die Geburt Christi vollzog. \u00dcber die Ereignis wird viel gesprochen, allerdings mehr \u00fcber seine \u00e4u\u00dferliche Seite. Von der Erscheinung Gottes im Fleische (1. 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