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Weihnachtsbotschaft des Erzbischofs von Rusa TICHON des Leiters der Diözese Berlin und Deutschland an den Klerus, die Mönche und Nonnen und die Laien
Geliebte Väter,
ehrwürdige Mönche und Nonnen, liebe Brüder und Schwestern!Ich beglückwünsche Sie alle zu diesem großen Fest. Die Geschichte hat auf ihren Seiten viele Ereignisse festgehalten und sie der Menschheit für alle Zeiten zur Erinnerung und zur Ermahnung überliefert. Aber es gibt in der Geschichte der Menschheit ein außerordentliches Ereignis, das es seit Anbeginn der Welt noch nie gegeben hat und das sich nie wiederholen wird – das ist das heute gefeierte Fest der Geburt Christi. „Der Herr, der Allmächtige Gott, der mit einem einzigen Wort die unsichtbare und die sichtbare Welt, den Himmel und die Erde und alles, was sie erfüllt, geschaffen hat, erniedrigte Sich selbst, schuf Sich Fleisch aus dem Blut der über Alles gesegneten Jungfrau Maria, wird in einer Höhle geboren und als hilfloses Kind in eine Krippe gelegt. Das größte Wunder und Geheimnis ward vollbracht, unbegreiflich nicht nur für den Menschen, sondern auch für die höchsten himmlischen Ordnungen.“ Gott hat sich den Menschen offenbart, wie es sich der Mensch nicht vorstellen konnte. Die himmlische Heerschar der Engel und Erzengel verherrlichte den Neugeborenen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen“ (Lk 2,14) und verkündete den Menschen das große Geheimnis des Glaubens (1 Tim 3,16).
Wir haben uns so sehr an dieses große Geheimnis gewöhnt, dass wir nur wenig darüber nachdenken, uns kaum darin vertiefen oder uns seine Bedeutung bewusst machen. Ohne dieses große Geheimnis jedoch wäre eine Katastrophe für die Menschheit unausweichlich gewesen. Bevor Christus in die Welt kam, lebte die Menschheit, die größtenteils Gott verloren hatte, nur zur Befriedigung des Fleisches und der Leidenschaften, ohne nach der Wahrheit und nach Gott zu suchen (Röm 1,23–28). Das Leben hatte jeden Sinn verloren. Das Reich der Ungerechtigkeit und des Bösen breitete sich aus. Schließlich versiegte die Liebe. Wohin sich wenden? Was tun? Man fand keine Antwort. Die Menschheit erstickte geistlich und fand keinen inneren Frieden. Nur ein einziges, von Gott auserwähltes Volk lebte durch seine heiligen Gerechten im Glauben an den Messias, den Heiland der Welt, und bewahrte die Wahrheit. Als schließlich „die Fülle der Zeit gekommen war“ (Gal 4:4), führte Seine unaussprechliche Menschenliebe Gott hinab in eine bescheidene Krippe, ans Kreuz und in den Tod. „Was in alten Zeiten von Patriarchen sehnlich gewünscht“, sagt der heilige Johannes Chrysostomos, „von Propheten vorausverkündigt, von Gerechten zu schauen begehrt ward, Das ist heute geschehen und in Erfüllung gegangen“.
Wozu ist Christus erschienen? Warum wurde Er als hilfloses Kind in eine armselige Krippe in Bethlehem gelegt? „Christus ist gekommen“, sagte ein Asket, „um den Menschen die Möglichkeit zu geben, darüber nachzudenken. Christus kam für diejenigen, die ihre eigenen Vorstellungen vom Leben, von Gott und von der Wahrheit hatten und sehr weit von der Wahrheit entfernt waren.“ Er kam zu denen, die auf Sein Kommen warteten, die Ihm treu waren. Er kam, um unsere Not und unser Leid zu teilen und den Menschen „aus dem Innersten unseres Lebens heraus“ zu helfen. Christus kam zu allen, damit ein jeder einen Platz für Ihn in seinem Leben habe und damit durch das Kreuz und die Auferstehung allen Menschen Rettung und ewiges Leben geschenkt werde. „Das heutige Fest der Geburt Christi“, so sagt der heilige Ambrosius von Mailand, „ist größer als das Fest zu der Zeit, da Christus geboren wurde. Denn damals freuten sich alle nur über den neugeborenen Herrn, während wir heute nicht nur den Neugeborenen, sondern auch den Auferstandenen und den mit dem Vater und dem Heiligen Geist gemeinsam Herrschenden preisen.“
Unzählbar sind die Wohltaten, die sich der Welt durch die Fleischwerdung des Gottessohnes geoffenbart haben. Die Geschichte ist jetzt ein für alle Mal durch die Fleischwerdung des Sohnes Gottes in ihr geheiligt. Durch diese Fleischwerdung sind Zeit, Ort, Leben, Fleisch und Blut des Menschen geheiligt. „Christus kam in die Welt, um alles zu heiligen, allem Sinn und Rechtfertigung zu verleihen.“ Durch die Menschwerdung des Gottessohnes erblickte die Welt den Erlöser. Die Geburt Christi schenkte uns Erkenntnis der Liebe, der Güte und der Barmherzigkeit Gottes; sie hat uns die Allreine und über alles gesegnete Jungfrau Maria als unsere Fürbitterin, unsere Obhut und unseren Schutz geschenkt. Die Geburt Christi hat dem Menschen seine Vorbestimmung offenbart und ihm Mittel und Möglichkeiten gegeben, das Himmelreich in sich selbst zu errichten (Lk 17,21) zur Erlangung des ewigen Heils. Schließlich haben wir nur dank der Geburt des Gottessohnes die Möglichkeit erhalten, im Geheimnis der Teilhabe an Seinem Leib und Seinem lebensspendenden Blut uns auf allerengste Weise mit Gott zu vereinen.
Die Zeiten gehen vorüber, vieles im Leben verändert sich, aber Christus bleibt unverändert und ewig (Hebr. 13, 8). Er bleibt Derselbe in Seiner Liebe und Gnade zum Menschengeschlecht. Millionen von Herzen streben zu Ihm, und so wird es sein bis zum Ende der Welt. Christus nimmt alle an (Mt 11, 28–29). Mit ausgebreiteten Armen durchschreitet Er Raum und Zeit, ruft alle zu Sich und freut Sich über die Bekehrung der Menschen. Gesegnet und gepriesen sei der Name des Einziggezeugten Sohnes Gottes, unseres Herrn Jesus Christus, der für uns Menschen und zu unserer Errettung aus den Himmeln herabgestiegen und aus dem Heiligen Geist und der Jungfrau Maria Mensch geworden ist! Ich beglückwünsche Sie alle nochmals zum großen Fest der Geburt Christi! Mögen alle unsere Gedanken in diesen heiligen Tagen, die durch die Ankunft Gottes in der Welt geheiligt sind, mit dem großen Werk beschäftigt sein, das der Herr vollbracht hat. Ich wünsche uns, dass die Gnade des neugeborenen Gottessohnes Christus unsere Herzen erwärme und uns im Glauben, in der Einigkeit und der Liebe festige!
+ TICHON
Erzbischof von Rusa
Leiter der Diözese Berlin und DeutschlandGeburt Christi
25. Dezember 2025 / 7. Januar 2026
Berlin -
Erzbischof Tichon kommt am Sonntag 18.08.
Seine Eminenz Erzbischof Tichon kommt am Sonntag, den 18.08. und wird die Göttliche Liturgie mit uns zelebrieren (Stunden 9:30, Liturgie 10:00).
Alle sind herzlich willkommen und wir freuen uns, dass Vladyka auch an der Trapeza im Anschluss teilnimmt.
Gott segne Euch,
Vt. Matthias
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Weihnachtsbotschaft des Erzbischofs Tychon von Rusa, des Vorstehers des Bistums von Berlin und Deutschland, an den Klerus, die Mönche und Monialinnen und das ganze gläubige Volk
Geliebte Väter!
Verehrte Mönche und Monialinnen,
liebe Brüder und Schwestern!Ich beglückwünsche euch alle zum großen Fest!
Heute ist unser Denken ausgerichtet auf Bethlehem, wo sich die Geburt Christi vollzog. Über die Ereignis wird viel gesprochen, allerdings mehr über seine äußerliche Seite. Von der Erscheinung Gottes im Fleische (1. Tim 3,16), von Seinem Kleinwerden aus Liebe zum Menschengeschlecht zu hören ist selten geworden. Man erzählt von den Volksbräuchen, der Küche, der Dekoration des Hauses. Das Bild des Festes wird geprägt von den Weihnachtsbäumen und den Lichtern. Das Fernsehen wirbt für irgendeine „Weihnachtsstimmung“, irgendein „Wunder“, das alle Probleme löst und Glück bringt. Aber die Großartigkeit der Geburt Christi hat nichts gemeinsam mit all dem. Die Geburt Chisti ist ein außerordentliches und großes Ereignis, das es seit Anbeginn der Existenz der Welt nicht gegeben hatte und dass sich niemals wiederholen wird. Nach der Geburt Christi strebt alles in der Geschichte entweder hin zu Ihm oder es entfernt sich von Ihm.
Dem wundersamen Ereignis gingen mehrere Jahrtausende der Vorbereitung voraus. Nachdem die Morgendämmerung der Menschheitsgeschichte durch den Sündenfall verdunkelt worden war, gab Gott, als Er Adam und Eva, die gegen Sein Gebot gesündigt hatten, aus dem Paradies entfernte, die Verheißung, dass die Zeit kommen werde, in der „der Same des Weibes den Kopf der Schlange zertritt“ (Gen 3,15) und der Erretter kommen wird. Von der Geburt des Erretters kündeten die alttestamentlichen Propheten voraus. Diese Prophezeiungen waren klar und bestimmt. Sie gaben den Menschen die Möglichkeit, in vollem Maße zu wissen, wer genau geboren werden sollte, wo, von wem und unter welchen Umständen (Micha 5,2; Bar 3,36; 38; Jes 7,14). Alle waren in Erwartung. Schließlich, „als die Fülle der Zeit gekommen war“, sagt der heilige Bischof Leo von Rom in seinem Wort über die Geburt Christi, „nahm der Sohn Gottes die menschliche Natur an, um uns mit dem Schöpfer zu versöhnen und den Urheber des Todes auch durch den Tod zu besiegen. Der Allmächtige Herr tritt gegen den schärfsten Feind an, nicht in Seiner Majestät, sondern in unserer niedrigen Gestalt… (Phil 2,7)“.
Warum, so mögen sich einige fragen, musste Gott bei all Seiner Macht Mensch werden, um als Person in die Geschichte des Menschengeschlechts einzutreten? Die Antwort ist eindeutig: damit er wissen konnte, wie der Mensch im Fleisch lebt, um ihn vom ewigen Tod zu befreien und in den Himmel zu erheben. „Dazu hat der Heiland alle Versuchungen außer der Sünde ertragen“, sagt der selige Hieronymus, „damit er Mitleid und Erbarmen mit unseren Schwächen habe und aus Erfahrung wisse, welche Mühen die Sterblichen im Fleisch ertragen“. Der heilige Bischof Gregor von Nyssa fügt hinzu, dass „Christus dazu geboren ward, um das ganze verunreinigte menschliche Leben zu reinigen und zu heiligen vom Anfang bis zum Ende. Das wäre unmöglich, wenn Er nicht durch die Geburt das Dasein erhalten und es nicht durch den Tod beendet hätte“.
Welches Gut könnte höher sein? Welche Gabe könnte für uns kostbarer sein? Denkt nur daran, was dies Geschenk den Herrn selbst kostete? Er wurde im Fleisch geboren, um das ganze Leben auf Erden, den Weg der äußersten Erniedrigung und der Leiden zu gehen, das ganze Leben lang das Kreuz zu tragen und schließlich daran zu sterben (vgl. 2 Kor 5,21; Phil 2,7). Nach den Worten der heiligen Väter „ist Christus nicht dazu auf Erden geboren, um zu leben. Er, der Seiende, brauchte dafür keine irdische Geburt. Er wird geboren, um zu sterben, um in den Hades hinabzusteigen und ‚sein Volk von seinen Sünden zu erretten’ (Mt 1,21).“ Wo, wem und wann ist die Liebe Gottes in einem so außerordentlichen Maße erschienen, wie sie uns jetzt offenbart wurde?
Was sollen wir dem Herrn, unserem Gott, für die Liebe wiedergeben, die uns im Geheimnis Seiner Menschwerdung offenbart wurde? Alle Liebe fordert Gegenliebe, und die unendliche Liebe Gottes verlangt von uns die gleiche grenzenlose Liebe zu Gott. „Wenn ihr mich liebt“, sagte der Heiland Christus, „dann haltet meine Gebote“ (Jo 14,15). Beweisen wir unsere Liebe zu Gott durch das Befolgen Seiner heiligen Gebote. Indem er sie befolgt, wird der Mensch mit Gott vereinigt und bleibt in Seiner Liebe. Danken wir dem heute Geborenen für Seine Liebe zu uns und die Befreiung von Sünde und ewigem Tod, und freuen wir uns im Heiligen Geiste. Dass doch all unsere Gedanken in diesen heiligen Tagen mit nichts anderem beschäftigt seien als mit der Betrachtung des Geheimnisses der Menschwerdung Gottes und dessen, was der Herr Jesus Christus für uns getan hat. Er ist zu allen Menschen gekommen, damit jeder Raum für Ihn habe, und um allen das Heil und das ewige Leben zu schenken.
+TYCHON
Erzbischof Tychon von Rusa,
Vorsteher des Bistums von Berlin und DeutschlandChristgeburt
25. Dezember / 7. Januar 2024
Berlin -
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Gott segne Euch,
P. Matthias


